28.Februar 2019

Zeitungsartikel von ”Schlager, Tanz und tausend Träume” im Bergischen Löwen – Bergisch Gladbach – 19.02.2019

Zeitungsartikel STT Bergisch Gladbach

Kölner Stadtanzeiger
Text: Christoph Konkulewski
Foto: Christopher Arlinghaus
19.02.2019

 

Zeitungsartikel STT Bergisch Gladbach
Das Oberhausener Ensemble ist voll in seinem Element

Familienfest mit alten Platten
,, Schlager, Tanz und tausend Träume” wecken Erinnerungen an früher.

VON CHRISTOPH KONKULEWSKI

Bergisch Gladbach. Die Ausgangslage: Er hat den Hochzeitstag vergessen, sie ist sauer und der Sohn der Familie hat Streit mit seiner Freundin. Dann wird die Familie samt Freundin eingesperrt. Durch eine zufallende Tür im Keller. Man sieht Backsteinmauern und allerhand Plunder. In der Mitte ein großer weißer Kasten, eine kleine Bühne auf er größeren Bühne des Bergischen Löwen.

Die Familie macht das Beste daraus und räumt auf. Sie finden im Keller Schallplatten, eine Mitsingkassette und alt Urlaubsbilder: Alles wird zur Überleitung und führt zum nächsten Schlager: Das Ensemble vom Oberhausener Theater an der Niebuhrg zeigt an diesem Sonntag im Bergischen Löwen ihr neues Programm ,,Schlager, Tanz und tausend Träume”. In den Urlaub ging es Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre nach Italien. Über den Brenner. Im Auto durfte noch geraucht werden, ab und zu gab es Pausen. Das übliche generve ,,Papa, ich muss mal” darf also nicht fehlen. Musikalisch sorgen Wencke Myhres ,,Er hat ein knallrotes Gummiboot” und Caterina Valentes ,,Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini” für den entsprechenden Hintergrund.

Es singen im Wechsel Nina Barton und Patricia Psotta als Schlagerqueens. Fabio E. Travaglino als Hardrock-Fan Martin macht als Schlagersänger ebenso eine gute Figur. Etwas weniger eingesetzt wird Gordon Heckes, der eher für den trockenen Humor zuständig bleibt.

Er bricht zusammen, als ,,Über sieben Brücken musst du gehn” gesungen wird. Nicht, weil er das Lied so ergreifend findet, ,,siebenmal wirst du die Asche sein, aber einmal auch der helle Schein”, sondern weil ihn das an seinen Zahnarzttermin am Montag erinnert.

Auch nach der Pause geht es im Keller weiter, die Putzkraft Olga – Mutter Doro hat eine Putz(Mittel)-Allergie – kommt erst am Montagmorgen, um die Familie aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Die Hits werden jünger
Für den Zuhörer bedeutet das, die Hits werden jünger: ,,Ein Stern, der Deinen Namen trägt” oder die unzerstörbaren ,,99 Luftballons”. Auch hier begeistert das Ensemble mit dem richtigen Tonfall: Schlager sind einfach ihr Ding. 

Das kommt auch beim Publikum so an, denn da gibt es viele, die bei jedem neuen Song voller Begeisterung mitklatschen oder hemmungslos mitsingen. Das genau macht eine Schlagerrevue aus. Die Tanzeinlagen der vier Tänzerinnen setzen Akzente, auch wenn auffällt, dass manche Schlussstellung nachträglich korrigiert wurde, das wirkt unprofessionell. Vorher hätte es kaum einer bemerkt, jetzt sehen es alle.

Die Technoversion von ,,Eine Insel mit zwei Bergen” im Rausch des Stroboskops erträumt sich Martin, nachdem er von seinem Vater eindeutig gehört hat: ,,Küssen verboten”. Und das Knutschen mit seiner Freundin Patricia so ein plötzliches Ende findet. Bevor Putzkraft Olga am Ende die Tür aufschließt, hat sich auch das junge Paar versöhnt: Er geht mit zum Helene-Fischer-Konzert, sie mit zum Heavy Metal Festival nach Wacken. So kommt es, dass man gemeinsam ,,Atemlos” singen kann. Großer Applaus und ,,Schön ist es auf der Welt zu sein” als Zugabe.

 

© 2019 Theater an der Niebuhrg – Alle Rechte vorbehalten